NationalparkZentrum Kellerwald

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AbendAusstellung und FilmLounge im NationalparkZentrum Kellerwald:

Am Mittwoch, den 3. Februar ist die Ausstellung im NationalparkZentrum wieder abends geöffnet. Zusätzlich zeigt das Medienzentrum Frankenberg den Kinofilm „Kukushka – der Kuckuck“.

23.01.2010 - 11:43 Uhr
Vöhl-Herzhausen. Am ersten Mittwoch im Februar heißt es wieder „AbendAusstellung & FilmLounge“. Gedämpftes Licht, gemütliche Abendatmosphäre und regionale Tapas zum Genießen - all das trägt dazu bei, die besondere Stimmung nach dem Trubel des Tages zu nutzen, um die Ausstellung mal ganz anders zu erleben. Als zusätzliches Angebot zeigt das Medienzentrum Frankenberg im Rahmen seiner Bildungsarbeit kostenlos den Kinofilm „Kukushka – der Kuckuck“ im SinneKino des NationalparkZentrums.



Viele Filme, die im NationalparkZentrum gezeigt werden, beschäftigen sich mit wilden Landschaften. Bei „Kukushka“ ist Lappland nicht das zentrale Wildnis-Phänomen des Filmes. Vielmehr steht hier die Wildnis in der Kommunikation im Mittelpunkt. Anni, Veikko und Iwan reden gnadenlos aneinander vorbei – und verstehen sich schließlich trotzdem.
In dem russischen Arthouse-Film von Alexander Rogoschkin landen zwei Soldaten, der Finne Veikko und der Russe Iwan, auf ihrer Flucht gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bei der Lappin Anni. Keiner der drei spricht eine Fremdsprache, und so ist der Zuschauer dank der Untertitel der einzige, der versteht, was die drei sich in ihrer jeweiligen Muttersprache sagen. Ein auf Untertitel angewiesener Zuschauer fühlt sich in der  Regel im Nachteil; hier wird er in eine privilegierte Position versetzt. Mit Synchronisation würde der Film seine Wirkung verlieren. Tragik und vor allem Komik  kommen überhaupt erst durch die komplizierte Kommunikation zustande. Die Barrieren zwischen den Protagonisten, die für unterschiedliche ideologische Systeme im Krieg gekämpft haben, wird durch die Sprachbarriere symbolisiert. Die Tatsache, dass die beiden Soldaten Feinde sind und sich zudem im Wettstreit um die Gunst Annis befinden, erschwert die Situation. Anni jedoch, gewohnt auf sich allein gestellt zu sein, setzt sich souverän gegen die beiden Männer durch und nimmt sich, was sie möchte und in ihrer Einsamkeit lange entbehrt hat.
Das Lexikon des internationalen Films beschreibt den Film als „ein poetisches Antikriegsmärchen, das seinen Humor aus Sprachverwirrungen schöpft. In eindrucksvollen Landschaftsbildern spiegeln sich die Seelen der Protagonisten, die zunächst abweisend erscheinen, doch bei näherer Betrachtung ihre innere Schönheit offenbaren.“
Der Film wurde insgesamt mit 17 Preisen ausgezeichnet, unter anderem für Anni-Kristiina Juuso als beste Schauspielerin, die als „Anni“ in Kukushka ihr Filmdebüt gab.
Die Ausstellung ist Mittwochabend von 19 bis 22:30 Uhr geöffnet, Filmstart ist gegen 20:45 Uhr. Das Restaurant GastRaum hat geöffnet und bietet Cocktails, hessische Tapas und mehr.